Sehr geehrte Mandanten,

 

die aktuelle Ausbreitung von Covid-19 betrifft alle Bereiche des öffentlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens. Was vor vier Wochen noch undenkbar war, ist heute Realität. Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Restaurants, Geschäfte und Fabriken, abgesagte Veranstaltungen überall. Es herrscht sehr viel Unsicherheit in allen Bereichen der Bevölkerung und vor allem bei Unternehmern und Unternehmen, deren Einnahmen wegbrachen, deren Kosten aber weiterlaufen. Wir müssen davon ausgehen, dass die verschärften Maßnahmen noch bis mindestens Ende April anhalten werden und es erst im Mai oder Juni langsam und schrittweise zu einer ersten Entspannung kommen kann. Voraussetzung ist, dass die aktuell eingeleiteten Maßnahmen eingehalten werden und Wirkung zeigen.

 

Für die betroffenen Unternehmen ist es nun wichtig, für die nächsten drei Monate eine Planung aufzustellen, um Liquiditätsengpässe zu identifizieren und mögliche Gegenmaßnahmen einzuleiten. Im Kern geht es darum, die laufenden Kosten so weit wie möglich zu reduzieren und die sich ergebenden Liquiditätslücken durch geeignete Maßnahmen zu schließen.    

 

Die Politik hat in den letzten Tagen umfangreiche Hilfspakete und Maßnahmen zugesagt, um Unternehmen bei der Sicherung von Liquidität zu unterstützen. Auch die Finanzämter tun hier ihr Möglichstes, um die Steuerpflichtigen und Unternehmer in dieser Zeit zu unterstützen oder zumindest nicht weiter zu belasten. In Gesprächen mit Vertretern der Finanzämter aus Zwickau, Plauen und Hof wurde dies auch noch einmal deutlich.  

 

Zur Schließung der auftretenden Lücken bei der Liquidität stehen derzeit folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Anpassung der laufenden Steuervorauszahlungen in der Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer. Hier sind auch Rückerstattungen der für das 1. Quartal 2020 bereits geleisteten Vorauszahlungen möglich.
  • Anträge auf Herabsetzung der Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung 2020 im Rahmen der Dauerfristverlängerung auf 0,-. Dabei bleibt die Dauerfristverlängerung erhalten.
  • Stundungsanträge für bereits festgesetzte Steuerzahlungen bis mindestens zum 30.06.2020
  • Antrag auf Kurzarbeitergeld https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen
  • In Sachsen: Antrag auf zinsloses Darlehen bei der SAB https://www.sab.sachsen.de/förderprogramme/sie-benötigen-hilfe-um-ihr-unternehmen-oder-infrastruktur-wieder-aufzubauen/sachsen-hilft-sofort.jspAntrag
  • Zuschüsse für Solo-Selbständige und gewerblich tätige Unternehmen mit bis zu 10 Mitarbeitern – Hierzu gibt für die einzelnen Bundesländer unterschiedliche Antragsformulare und Zuschussmöglichkeiten. In Bayern und Thüringen sind die Antrage bereits möglich. In Sachsen werden die Anträge voraussichtlich Ende März, Anfang April möglich sein. https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/coronavirus.html#id1694894
  • KfW-Unternehmerdarlehen – Beantragung über die Hausbank oder Finanzdienstleister https://www.kfw.de/kfw.de.html
  • Stundungsanträge von Sozialversicherungsbeiträgen bei den jeweiligen Krankenkassen 
  • Ergeben sich für 2019 Steuerüberzahlungen, können diese erst durch Abgabe der Steuererklärungen für 2019 erstattet werden. Ggf. stimmen Finanzämter auf Antrag einer nachträglichen Herabsetzung der Vorauszahlungen zu.

 

Laut Aussage von einzelnen Finanzämtern ist die Stundung von Lohnsteuer und Kapitalertragsteuer derzeit nicht möglich.  

 

Wir möchten Sie bei allen Fragen, die hierzu auftreten, bestmöglich unterstützen. Wir werden versuchen, Sie auch weiterhin durch Newsletter und Veröffentlichungen auf unserer Internetseite auf dem Laufende zu halten. Sie können sich aber auch persönlich mit uns in Verbindung setzen .

 

Bleiben Sie gesund und zuversichtlich.