Arbeitszeit

Welche Zeiten sind als Arbeit zu bezahlen?

Jeder weiß, dass ein Arbeitnehmer die Bezahlung seiner „eigentlichen" Arbeitszeit verlangen kann. Aber was ist mit für die Arbeit aufgewendeten sonstigen Zeiten?

Echte Bereitschaftszeiten, also Zeiten an denen sich ein Arbeitnehmer vor Ort aufhalten muss, um bei Bedarf jederzeit die Arbeit aufnehmen zu können, sind im Gegensatz zu Zeiten der bloßen Rufbereitschaft, an denen der Arbeitnehmer nur erreichbar sein muss, um die Arbeitsstelle oder den Einsatzort im Bedarfsfall aufsuchen zu können, als vergütungspflichtige Arbeitszeit zu werten. Dies hat der Europäische Gerichtshof entschieden (Urteil vom 21.2.2018 Az. C – 518/15).

Wegezeiten, also der Weg von zu Hause zur Arbeitsstelle, sind nicht zu vergüten. Als Arbeitszeit zu vergüten sind aber Dienstreisen und alle sonstigen Fahrten, welche der Arbeitnehmer auf Weisung des Arbeitgebers unternimmt (Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 17.10.2018 Az. 5 AZR 553/17).

Für Fahrzeiten und Bereitschaftszeiten kann aber eine andere (geringere) Vergütungshöhe vereinbart werden. Teilweise ergibt sich die Vergütungspflicht und deren Umfang auch aus einschlägigen Tarifverträgen.

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