Verringerung der Arbeitszeit, Arbeitszeitengesetz, Brückenteilzeit

Verringerung der Arbeitszeit

Schon nach bisherigem Recht konnte ein Arbeitnehmer die Verringerung seiner vertraglich vereinbarten Arbeitszeit verlangen unter der Voraussetzung, dass

- Im Betrieb mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt werden
- Der Arbeitnehmer im Betrieb mehr als 6 Monate beschäftigt war
- Der Arbeitnehmer die Verringerung 3 Monate im Voraus beantragt hatte
- der Arbeitgeber nicht berechtigte betriebliche Gründe, welche er im einzelnen konkret darlegen und beweisen muss, entgegenhalten kann.

Der Nachteil dieser Regelung bestand darin, dass diese Verringerung unbefristet und damit dauerhaft war. Eine spätere Aufstockung auf das ursprüngliche Zeitvolumen konnte in der Regel nicht einseitig vom Arbeitnehmer geltend gemacht werden.

Seit dem 1.1.2019 besteht für viele Arbeitnehmer die Möglichkeit, die sog. „Brückenteilzeit“ in Anspruch zu nehmen und die Reduzierung der Arbeitszeit nur für einen im Voraus festgelegten befristeten Zeitraum geltend zu machen mit dem zwingenden Anspruch auf Rückkehr zum alten Zeitvolumen nach Fristablauf. Die Dauer der Reduzierung muss mindestens 1 Jahr und höchstens 5 Jahre betragen.

Die Voraussetzungen entsprechen weitgehend denen des unbefristeten Teilzeitbegehrens. Allerdings gilt die Regelung nur für Betriebe mit mehr als 45 Arbeitnehmern. In Betrieben mit 16-45 Arbeitnehmern kann daher einseitig nach wie vor nur die unbefristete Reduzierung der Arbeitszeit geltend gemacht werden. Für Betriebe mit 46-200 Arbeitnehmern bestehen weitere Einschränkungen. Der Arbeitgeber kann -unabhängig von der Betriebsgröße- auch bei der befristeten Reduzierung diese aus betrieblichen Gründen ablehnen. Als betrieblicher Ablehnungsgrund gilt jedoch in Betrieben mit 46-200 Arbeitnehmern bereits ein bestimmtes Quorum an bereits laufenden Brückenteilzeiten.

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