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Haftung des Frachtführers bei Verlust der Sendung

Die Frage der Haftung des Frachtführers bei Diebstahl des Transportguts dreht sich immer wieder um die Frage, welche Vorkehrungen vom Frachtführer erwartet werden dürfen. Dabei spielen auch Angaben des Absenders zu Art und Wert des Transportguts sowie dessen Anweisungen zu bestimmten Sicherungsmaßnahmen eine Rolle.


Unterschiedlich bewertet wird dabei die Frage, wie ein Hinweis des Auftraggebers, dass der Frachtführer nur bewachte Parkplätze anfahren darf. Während z.B. das Landgericht Bremen (Urteil vom 5.6.2018 Az. 11 O 169/17) eine solche Vorgabe des Absenders für unproblematisch erachtet und aus einem Verstoß des Frachtführers dessen unbegrenzte Haftung herleitet, schränkt das OLG München (Urteil vom 26.10.2017 Az. 23 U 1699/17) diese Einschätzung sehr weit ein und hält jedenfalls einen Hinweis im Kleingedruckten des Auftraggebers bei fehlendem Hinweis auf den Wert des Transportguts für unzureichend.

Ähnlich wie das OLG München lehnte auch das OLG Nürnberg die Annahme eines qualifizierten Verschuldens und damit die unbegrenzte Haftung des Frachtführers ab, wenn das Fahrzeug am Wochenende im einem Gewerbegebiet abgestellt und dort Transportgut gestohlen worden war; dies gelte selbst dann, wenn dem Frachtführer bekannt war, dass es sich um leicht absetzbare Güter handle (Beschluss vom 14.8.2017 Az. 12 U 2204/15).

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