Fluggastrechteverordnung

Entschädigungsanspruch nach Fluggastrechteverordnung

Entschädigungsanspruch nach Fluggastrechteverordnung trotz zeitweiser Schließung des Flughafens Nürnberg nach Bombenfund am 29.07.2019 nicht ausgeschlossen

Oftmals berufen sich Fluggesellschaften bei Geltendmachung von Entschädigungsleistungen auf das Vorliegen „außergewöhnlicher Umstände“ und lehnen Zahlungen daher ab. Entschädigungsleistungen sind indes auch dann nicht ausgeschlossen, wenn tatsächlich „außergewöhnliche Umstände“ vorlagen, die Fluggesellschaft jedoch nicht alle angemessenen Maßnahmen ergriffen hat, um zu vermeiden, dass es zur Annullierung oder zur großen Verspätung des betreffenden Fluges kommt. In einem durch uns vor dem AG Nürnberg geführten Verfahren hat dieses mit einem aktuellen Urteil beispielsweise entschieden, dass für einen Flug von Nürnberg nach Malta am 29.07.2019 mit der Flugnummer FR2568 Entschädigungsleistungen zu gewähren sind. Dies auch unter Berücksichtigung des Umstandes, dass infolge der Bombenentschärfung am Flughafen Nürnberg der Vorflug nach Stuttgart umgeleitet werden musste und damit grundsätzlich ein außergewöhnliches Ereignis iS von Art.5 III Fluggastrechteverordnung vorlag. Nach den Gründen des Urteils wurde unter anderem das Vorhalten von lediglich einer Ersatzmaschiene für den gesamten süddeutschen Raum den Anforderungen an zumutbare Vorbeugungsmaßnahmen durch eine große Fluggesellschaft nicht gerecht. Die außergerichtlich von Fluggesellschaft verweigerte Entschädigungszahlung wurde daher in vollem Umfang zugesprochen. Es kommt eben immer auf die Umstände im Einzelfall an!

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